Top 10 Berghütten auf dem Laugavegur und in den isländischen Hochländern
Island ist kein Alpenland — es gibt keine 4000-Meter-Gipfel, keine Klettersteige und keine bewirtschafteten Hütten mit Kaiserschmarrn und Halbpension. Aber der Laugavegur, der 55-Kilometer-Fernwanderweg von Landmannalaugar nach Þórsmörk, ist einer der schönsten und faszinierendsten Trekkingwege Europas. Die Hütten entlang der Route sind Systeme der Ferðafélag Íslands (FÍ, Isländischer Wanderverein) — einfach, funktional, unverzichtbar.
1. Landmannalaugar (600 m)
Der Startpunkt des Laugavegur ist eine der ungewöhnlichsten Berglandschaften Europas: rhyolithfarbene Berge in Rosa, Grün und Gelb, heiße Quellen, die direkt neben einem Gletscherbach ins Freie treten, und der Geruch von Schwefel. Die FÍ-Hütten in Landmannalaugar bieten 75 Schlafplätze; ein großes Campinggebiet ergänzt das Angebot. Im Sommer ist Landmannalaugar mit dem Superjeep-Bus von Reykjavik erreichbar.
2. Hrafntinnusker (1085 m)
Erste Etappe des Laugavegur: von Landmannalaugar in etwa vier bis sechs Stunden. Die Hütten auf Hrafntinnusker liegen nahe des gleichnamigen Obsidianfeldplateaus; das Gebiet ist geothermal aktiv und hat trotz der Höhe gelegentlich Eisfelder, die im Frühsommer noch nicht aufgetaut sind.
3. Álftavatn / Hygienic Hut (550 m)
Zweite Etappe: Álftavatn (Schwanengewässer) liegt in einem vulkanischen Tal neben dem kleinen See Ala-Vogeltjörn. Die FÍ-Hütten hier bieten 55 Schlafplätze; eine zweite Hütte (Hveragerdi-Hütte) steht 500 Meter entfernt. Die Gegend bietet Blick auf den Tindfjallajökull-Gletscher.
4. Botnar / Emstrur (610 m)
Dritte Etappe: Das Botnar-Hüttensystem liegt in der Emstrur-Lavaebene, einem der wildesten Abschnitte des Wegs. Das Gelände um die Hütten ist schwarz und mondähnlich; der Canyon von Markarfljót ist von hier aus sichtbar.
5. Þórsmörk (270 m)
Endpunkt des Laugavegur; das Tal von Þórsmörk (Wald des Thor) ist von hohen Gletschern und Lavafeldern umgeben. Hier beginnen viele Wanderer den Fimmvörðuháls-Übergang nach Skógar. Zwei große Hüttenkomplexe (Básar und Húsadalur) stehen zur Verfügung.
6. Fimmvörðuskáli (1000 m)
Auf dem Fimmvörðuháls-Pass, zwischen Eyjafjallajökull und Mýrdalsjökull. Die Hütte liegt genau dort, wo 2010 der Eyjafjallajökull ausbrach; Lavafelder datieren aus diesem Ausbruch. Eindrucksvolle Lage.
7. Skálinn við Sveinstind
Eine der kleineren FÍ-Hütten im westlichen Hochland; typisch für die einfacheren Selbstversorgerhütten des isländischen Systems.
8. Drekaskáli, Askja-Region
Die Hütten in der Askja-Caldera-Region im Norden des Hochlandes bieten Zugang zum spektakulären Öskjuvatn-See (auf 1059 m). Dies ist nicht der Laugavegur, sondern ein separater Teil des Hochlands, aber eines der eindrucksvollsten Gebiete Islands.
9. Nýidalur, Sprengisandur
In der Mitte der isländischen Wüste Sprengisandur; die Hütten in Nýidalur sind ein wichtiger Stützpunkt auf langen Nord-Süd-Querungen des Hochlands per Jeep oder zu Fuß.
10. Hólaskjól, Þórsmörk-Region
Weitere Hütte in der Þórsmörk-Region; bietet Ausgangsmöglichkeit für Touren auf die umliegenden Gletschergipfel.
Buchung und Logistik
FÍ-Hütten werden online gebucht (fi.is); Laugavegur-Plätze sind in der Hochsaison (Juli/August) Monate im Voraus vergriffen. Campen neben den Hütten ist oft möglich. Beste Zeit: Mitte Juli bis Ende August.
Auf der Karte erkunden
Isländische FÍ-Hütten auf dem Laugavegur und im Hochland sind auf der interaktiven Karte eingetragen. Karte öffnen