Top 10 Berghütten in den Pyrenäen
Die Pyrenäen sind kleiner als die Alpen, wilder als der Apennin und weniger beschildert als der Schwarzwald — und genau das macht sie für viele die schönsten Berge Europas. Die Grenzlinie zwischen Frankreich und Spanien folgt dem Hauptkamm; die Hütten — auf französischer Seite Refuges, auf spanischer Refugios — sind Stationen auf der Haute Route Pyrénéenne und der GR10/GR11-Fernwanderwege.
1. Refuge Wallon-Marcadau (1866 m), Hautes-Pyrénées
Das Refuge Wallon liegt am Eingang zum Marcadau-Tal oberhalb von Cauterets, einer der schönsten alpinen Flusslandschaften der Pyrenäen. Es bietet 96 Schlafplätze, ist FFCAM-bewirtschaftet und hat eine Terrasse mit Blick auf den Vignemale (3298 m), dem höchsten Gipfel der französischen Pyrenäen. Das Wallon ist Ausgangspunkt für Touren in die gesamte Vignemale-Gruppe.
2. Refugio de Góriz (2200 m), Aragón
Das Refugio de Góriz liegt auf der spanischen Seite des Ordesa-Cañons im Parque Nacional de Ordesa y Monte Perdido — einem der spektakulärsten Nationalparks Europas. Der Ordesa-Canyon mit seinen senkrechten Wänden und dem Río Arazas ist ein UNESCO-Welterbe. Das Góriz ist Ausgangspunkt für den Monte Perdido (3355 m) und die Gargantas-Route.
3. Refuge des Oulettes de Gaube (2151 m)
Am Fuß des Vignemale-Nordgrats, oberhalb des Gaube-Sees; klassische Etappe der Haute Route Pyrénéenne. Von der Hütte aus sieht man die Nordwand des Vignemale direkt vor sich. Das Refuge des Oulettes de Gaube ist eines der eindrucksvollsten Hüttenpositionen der gesamten Pyrenäen.
4. Refuge Bayssellance (2651 m), Vignemale
Das höchste bewirtschaftete Refuge der Pyrenäen, am Fuß des Vignemale-Westgrats. Zustieg von Gavarnie in etwa 5 Stunden oder vom Wallon über den Hourquette d'Ossoue. Ausgangspunkt für alle Vignemale-Gipfelbesteigungen.
5. Refugio Estany Llong (2000 m), Aigüestortes
Im Nationalpark Aigüestortes i Estany de Sant Maurici, dem einzigen Nationalpark Kataloniens. Das Refugio liegt an einem Bergsee; der Park ist bekannt für seine Granit-Hochflächen mit hunderten von glazialen Seen.
6. Refugio Renclusa (2140 m), Maladeta-Massiv
Klassisches Basislager für Besteigungen des Aneto (3404 m), des höchsten Gipfels der gesamten Pyrenäen. Das Renclusa ist gut ausgestattet und in der Hochsaison (Juli/August) voll belegt. Zustieg von Benasque in etwa 3 Stunden.
7. Refuge de Gavarnie (1580 m)
Im Dorf Gavarnie, dem touristischen Zentrum der Hochpyrenäen. Gavarnie selbst ist UNESCO-Welterbe wegen seines Cirque de Gavarnie — dem größten Amphitheater Europas.
8. Refuge d'Arlet (2000 m), Béarn
Im Baskenland nahe der spanischen Grenze; kleines Refuge mit Panorama auf die westlichen Pyrenäen.
9. Refugio de Pombie (2031 m), Pic du Midi d'Ossau
Unterhalb des Pic du Midi d'Ossau (2884 m), dem ikonischen Zahnfelsen der westlichen Pyrenäen; klassisches Kletterrevier.
10. Refuge de Barroude (2373 m)
Abgelegenes Refuge im wilden Zentralteil der Pyrenäen; eines der einsamsten und eindrucksvollsten im gesamten Gebirge.
Haute Route Pyrénéenne
Die Haute Route Pyrénéenne (HRP) ist die logische Grundlinie durch alle diese Hütten: 900 Kilometer auf dem Hauptkamm, von Hendaye am Atlantik nach Banyuls am Mittelmeer, ohne festen Weg — nur Kompass und Karte. Die klassischen Hütten auf diesem Weg sind Wallon, Oulettes, Bayssellance und Renclusa.
Auf der Karte erkunden
Refuge Wallon-Marcadau, Refuge des Oulettes de Gaube und weitere Pyrenäenhütten sind auf der interaktiven Karte eingetragen. Karte öffnen